10 wissenschaftlich gestützte Vorteile von Kurkuma & Kurkumin

In den letzten Jahren sind Kurkuma und Kurkumin Schlagwörter der Gesundheitsindustrie geworden, um Leiden durch Entzündungen oder Diabetes zu behandeln, den Cholesterinspiegel zu senken oder sogar Krebs vorzubeugen – um nur einige zu nennen. Das asiatische Gewürz wird immer wieder als eines der Top Superfoods aufgeführt, ganz vorne mit dabei mit Grünkohl, Lachs, Olivenöl und Meeresalgen! Wir wissen, dass die Begriffe Kurkuma, Kurkumin und Kurkuminoid leicht mal durcheinandergeraten. Also lasst uns zunächst klären, was hier was ist.

Was sind Kurkuma & Kurkumin?

Kurkuma gehört zur Familie der Ingwergewächse und ist das Wurzelgewürz, das indischem Curry seine goldene Farbe verleiht. Menschen in ganz China und Indien verwenden es seit Jahrtausensen nicht allein zum Kochen, sondern auch wegen seiner zahlreichen heilenden Eigenschaften.

Kurkumin ist der wesentliche, kraftvollste und am meisten erforschte Wirkstoff unter den drei Kurkuminoiden (bzw. bioaktiven Bestandteilen), die in Kurkuma vorkommen und ist am zentralsten für die Gesundheitsnutzen der Pflanze.

Vom Gewicht her enthält reines Kurkumapulver jedoch lediglich 3% Kurkumin und im Laden gekauftes und in Curry-Gewürzmischungen enthaltenes hat verhältnismäßig einen nachweislich geringeren Anteil. Kurkuma-Extrakte hingegen enthalten in der Regel etwa 75%.

Für den Körper ist es außerdem schwierig, Kurkumin wirksam aufzunehmen. Häufig findet es seinen Weg durch den Körper, ohne überhaupt aufgenommen worden zu sein. Eine Lösung dafür ist das Beigeben von schwarzem Pfeffer (oder des Wirkstoffs Piperin oder Ergänzungsmitteln) zu den Gerichten, was die Aufnahme um 1000-2000%+ erhöht.

Eine wirksame Menge hängt von der jeweiligen Krankheit und vom Gewicht des Nutzers ab. Klinische Studien haben bei einer Einnahme von 400-700mg Kurkuma zwei- bis dreimal täglich eine Wirkung gezeigt. Langzeitstudien müssen allerdings noch durchgeführt werden. Große Mengen sind daher langfristig nicht zu empfehlen und du solltest immer mit einem Arzt mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wie Coumadin besprechen.

Kurkuma ist insofern interessant, da bislang null oder im Vergleich zu anderen Mitteln unerhebliche Nebenwirkungen aufgetreten sind.

1. Entzündungshemmende Eigenschaften von Kurkuma

Entzündungen sind die natürliche Reaktion unseres Körpers, um Infektionen zu bekämpfen. Wenn sie jedoch außer Kontrolle geraten, schaffen sie auch die Voraussetzung für die meisten Krankheiten in der westlichen Welt. Glücklicherweise konnte Kurkumin als sicher eingestuft werden, was bedeutet, dass es die Immunreaktion schwächt, die ansonsten noch mehr Entzündungen hervorrufen würde, was wiederum zu zahlreichen Krankheiten führt.

In jüngster Zeit hatten Menschen, die an chronischen Entzündungen, wie Gelenkentzündung, Schuppenflechte oder Gicht, leiden, kaum eine Wahl, außer nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (Schmerzmedikamente wie Ibuprofen, Aspirin oder Naproxen) zu nehmen. Diese Medikamente haben starke negative Nebenwirkungen, beispielweise Geschwüre. Dank jüngster Forschung und weitgreifendem Interesse an Kurkuma haben Leidende eine wirksame vergleichbare Alternative gefunden, bei der die Einnahme über längere Zeiträume ungefährlicher ist. Kurkuma kann Arthritis abschwächen, indem sie Entzündungen lindert und Knorpel- und Knochenzerstörung verringert.

2. Verbessert die Verdauung

In einem Zeitalter, in dem Glutenunverträglichkeit, Reizdarmsyndrom (RDS) und Morbus Crohn (eine Form von RDS) immer mehr um sich greifen, werden Patienten derzeit mit schweren neuen Medikamenten, Corticosteroiden, Immunmodulatoren und sogar Eingriffen behandelt.

Da der erste Schritt im Umgang mit entzündlichen Erkrankungen das Bekämpfen der Entzündung ist, konnte Kurkumin nachweislich die Symptome und Entzündungswerte bei Morbus Crohn Erkrankungen senken.

Es regt außerdem nachweislich die Gallenblase an, was die Funktion der Leber verbessert. Zugleich beruhigt es das Verdauungssystem, indem es die Magen- und Darmschleimhaut stärkt und erneuert, was für eine bessere Verdauung sorgt. Solltest du also unter Blähungen oder Verdauungsstörungen, könnte Kurkuma die Lösung für dich sein.

3. Reinigt die Leber

Erkrankungen der Leber (Hepatitis, Zirrhose, Cholestase, usw.) sind noch immer eine der Haupttodesursachen weltweit, für die es gegenwärtig keine Heilung gibt. Schäden der Leber können durch Alkoholmissbrauch, genetische Veranlagung, Erkrankungen (Hepatitis C) oder durch die Langzeiteinnahme von Arzneimitteln bedingt sein. Kurkumin ist aber ein so starkes Antioxidans, dass es derzeit als ein mögliches Heilmittel betrachtet wird. Vielversprechende Studien weisen auf seine Wirkung bei nicht-alkoholischer Fettleber (NALFD) hin. Eine weitere deutet darauf hin, dass Kurkumin Zirrhose vorbeugt (und genetisch bedingte Zirrhose unterdrückt), Schmerz durch eine entzündete Leber lindert und sogar, dass es die Erscheinungen von Zirrhose umkehrt, indem es u.a. die Aktivität antioxidativer Enzyme steigert.

4. Fördert den Fettabbau

Da wir alle den Kampf gegen Speckrollen kämpfen, haben wir noch eine weitere Waffe an unserer Seite. Bei Gewichtszunahme führen neue Blutgefäße verstärkt zu Fettgewebe. Eine Studie der Tufts University hat gezeigt, dass Kurkumin geholfen hat, das Wachstum von Fettzellen in Mäusen zu beschränken, was zu einem geringeren Körperfettanteil, einem geringeren Lebergewicht und einem niedrigeren Cholesterinspiegel geführt hat. Die Forschenden vermuten, dass große Mengen Kurkumin, ähnlich wie bei anderen Polyphenolen (man denke an Grünen Tee), das Fett daran hindern könnte, im Körper aufgenommen zu werden. Kurkuma unterstützt die Gewichtsabnahme auch, indem sie vor Erkrankungen im Zusammenhang mit Übergewicht schützt, beispielsweise Insulinresistenz (Diabetes), Cholesterin- und Stoffwechselproblemen.

5. Wirkt gegen Depression

Eine neue Studie von 2018 hat berichtet, dass Kurkumin nachweislich helfen kann, Depression zu bekämpfen. Gestützt durch eine vorherige Studie von 2017, zeigt diese nicht nur geringere Depression, sondern auch eine signifikante Linderung von Angst. Außerdem – ja gut, das wurde bislang nur an Ratten getestet, dennoch – sind die Ergebnisse äußerst vielversprechend, um bei PTB (Posttraumatischen Belastungsstörungen) sowie bei durch chronisch leichten Stress verursachter Depression zu helfen.

6. Lindert Schmerzen

Wenn wir Schmerzen haben, ist unser erster Gedanke meistens nach einer Ibuprofen oder Aspirin zu greifen. Es wurde jedoch festgestellt, dass Kurkuma Schmerzursachen entgegenwirken kann – insbesondere Entzündung. In einer Studie mit postoperativen Patienten, haben diejenigen, die Kurkuma erhalten haben, ihren Schmerz als leichter bewertet und nach weniger zusätzlichen Schmerzmedikamenten gefragt. Die Forschung hat außerdem gezeigt, dass Kurkuma prämenstruelle Syndrome (PMS) lindert.  

7. Heilt Wunden und reinigt die Haut

Kurkuma ist nicht nur ein wichtiger entzündungshemmender Stoff, sondern auch ein antimykotischer, antibakterieller und antioxidativer – von daher gibt es auch eine große Welle auf YouTube über die Anwendung von Kurkuma in Masken, für weniger Akne, damit Narben verblassen, Haut aufhellt, Wunden heilen und um Schuppenflechte zu behandeln.

Neben strahlender Haut mit weniger Unreinheiten, wurde auch berichtet, dass Kurkuma nachweislich Wunden schneller heilt. Entzündungen, verbrauchte Antioxidantien und freie Radikale behindern allesamt die Wundheilung. Kurkuma aber unterstützt das Wachstum neuer kleiner Blutgefäße, die helfen, das Gewebe zu erneuern und den Heilungsprozess zu beschleunigen, wodurch Entzündungen verhindert werden.

8. Hilft dem Herzen

Kurkuma kann nachweislich den Ausbruch von Atherosklerose (Ablagerungen in den Arterien) vorbeugen oder verzögern, Blutgerinnsel, die Schlaganfälle verursachen, verringern und Cholesterinwerte verbessern. Es ist, zum Beispiel, unbestreitbar, dass Herzinfarkte bei einer Bypassoperation ein ernsthaftes Risiko darstellen. In einer Studie gab es nur bei 13% der Menschen, die vor dem Eingriff Kurkuma genommen haben, einen solchen Vorfall, gegenüber 30% bei denen, die es nicht genommen haben.

9. Verringert das Krebsrisiko

Wir alle haben bereits davon gehört, wie wichtig es ist, auf eine antioxidantienreiche Ernährung zu achten. Um zu verstehen wieso, solltest du wissen, was freie Radikale sind und warum wir uns so abrackern für so ein fancy Wort: ‚Antioxidantien‘.

Freie Radikale sind Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Daher stehlen sie immer wieder Elektronen von gesunden Molekülen und hinterlassen Zerstörung (den Oxidationsprozess, der zu Zell- und DNA-Schäden und Erkrankungen wie Krebs führt).

Antioxidantien wie Kurkuma geben gerne ein Elektron ab, ohne dabei selbst zu freien Radikalen zu werden. Sie sind d, um wieder zu stabilisieren und aufzubauen. Dazu helfen sie auch noch, deine körpereigenen Antioxidantien zu aktivieren.

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse haben die Verbindung aufgezeigt, dass viele Krebsarten von Körperstellen mit Infektion, chronischer Irritation und – ja, dreimal darfst du raten – Entzündung herrühren. Wie wir bereits erwähnt haben, bekämpft Kurkuma sowohl Infektionen als auch Entzündungen, wodurch das Krebsrisiko verringert wird. Sie tötet punktuell Tumorzellen und beschränkt das Tumorwachstum und Metastasieren. (Es wurde gezeigt, dass Kurkuma bei bestimmten Krebsarten wirksam ist, mehr Forschung dazu ist im Gange.)

10. Verbessert die Hirnfunktion

Eine Studie der University of California (UCLA) hat gezeigt, dass Versuchspersonen mit leichten Gedächtnisschwierigkeiten eine Verbesserung von 28% ihrer Gedächtnisleistung hatten, zusätzlich zu weniger Depression über einen Zeitraum von 18 Monaten, dank Ergänzungsmitteln mit Kurkumin. Um noch einen Schritt weiter zu gehen: wir wissen, dass Alzheimer eine entzündliche Erkrankung ist. Obwohl es zahlreiche Ursachen und keine bekannte Heilmethode hat, haben Wissenschaftler herausgefunden, dass in Indien, wo Kurkuma ein wichtiges Gewürz ist, nur 0.7% der Bevölkerung von Alzheimer betroffen sind, wohingegen die Zahl in den USA bei 3.1% liegt. Bei Alzheimer Patienten verringert sich der Spiegel des Hormons, das neurotropische Wachstumsfaktoren anregt. Kurkumin erhöht diesen Hormonspiegel, sodass es möglicherweise nicht nur Schäden durch Alterserkrankungen aufhalten, sondern sogar umkehren kann.

Ein alternativer Hilfsstoff

Kurkuma wird bereits seit Tausenden von Jahren in Ayurveda, Chinesischer und Unani Medizin für eine Vielzahl an Problemen eingesetzt, die von Insektenstichen über Harninfektionen bis zur gewöhnlichen Erkältung und weiter reichen. Doch neue Nachfragen aufgrund der Grenzen und ernsthafter Nebenwirkungen ‚westlicher Medizin‘ beginnen nun, durch Ergänzungsmittel mit Kurkuma ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Es wurde nicht nur belegt, dass Kurkuma bei der Vielzahl an Problemen hilft, die wir bereits genannt haben. Sie blockiert außerdem das Gen, das zahlreiche Viren multiresistent gemacht hat. Also nimm dir eine heiße Schüssel Curry oder ein Fläschchen mit Nahrungsergänzungsmitteln und fang an, die gesundheitlichen Vorteile von Kurkuma zu genießen.

Quellen

Aggarwal, B.B., 2010. Targeting inflammation-induced obesity and metabolic diseases by curcumin and other nutraceuticals. Annual review of nutrition, 30, pp.173–99.

Agarwal, K.A. et al., 2011. Efficacy of turmeric (curcumin) in pain and postoperative fatigue after laparoscopic cholecystectomy: a double-blind, randomized placebo-controlled study. Surgical Endoscopy, 25(12), pp.3805–3810. 

Akuri, M.C. et al., 2017. Reflections about Osteoarthritis and Curcuma longa. Pharmacognosy reviews, 11(21), pp.8–12.

Asher, G.N., Spelman, K. & Asher, G., Clinical Utility of Curcumin Extract Brief Report.

Belcaro, G. et al., 2010. Efficacy and safety of Meriva®, a curcumin-phosphatidylcholine complex, during extended administration in osteoarthritis patients. Alternative medicine review : a journal of clinical therapeutic, 15(4), pp.337–44.

Coussens, L.M. & Werb, Z., 2002. Inflammation and cancer. Nature, 420(6917), pp.860–867. 

Ejaz, A. et al., 2009. Curcumin Inhibits Adipogenesis in 3T3-L1 Adipocytes and Angiogenesis and Obesity in C57/BL Mice. The Journal of Nutrition, 139(5), pp.919–925​​​​​​​

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