Eine Einführung in die Ayurvedische Medizin

Es gibt keinen Zweifel daran, dass moderne Medizin nichts kleineres als ein technologisches Wunder ist und somit sehr wohl auch als ein wissenschaftliches Wunder bezeichnet werden kann. Das trifft insbesondere auf die Unfallmedizin (körperliche Verletzungen und chirurgische Eingriffe) zu, die in dieser Hinsicht keinesgleichen findet. Dennoch gibt es ein weites Feld an Krankheiten, vor allem chronische wie Diabetes oder Adipositas, in denen Heilungsmöglichkeiten bislang ausbleiben. Indem wir uns also einer lang bewährten traditionellen Medizin zuwenden, könnten wir wohlmöglich näher an unser übergreifendes Ziel, menschliches Leid zu lindern und gute Gesundheit zu fördern, herankommen. An dieser Stelle kommt Ayurveda ins Spiel.

Dieser Artikel dient als eine leserfreundliche und nicht-fachsprachliche Einführung in die Welt der ayurvedischen Medizin. Nachdem du den Artikel gelesen hast, wirst du mit den Kernkonzepten dieser alten Wissenschaft vertraut sein, beispielsweise, was eine ayurvedische Ernährung ausmacht, eine Liste gebräuchlicher ayurvedischer Kräuter wie Ashwagandha, eine Zusammenfassung zu gängigen ayurvedischen Produkten und den Vorteilen ayurvedischer Medizin.

Wir machen dich außerdem mit ayurvedischen Heilmitteln wie Medikamenten für Diabetes, Gewichtsverlust und Hämorrhoiden bekannt sowie wir dir Tipps zur ayurvedischen Reinigung geben. Also lasst uns beginnen!

 

Was ist Ayurveda?

Lasst uns ganz grundlegend beginnen: Was ist Ayurveda? Nun, Ayurveda (ausgesprochen ah-jur‑wei-da) ist ein altes hinduistisches System, eine Theorie und Lebenspraxis. Dessen Ursprünge liegen mehrere Tausend Jahre zurück, in dem Land, das wir heute Indien nennen – bekannt als Bharat in der einheimischen Sanskrit-Sprache. Das Wort „Ayurveda“ selbst ist ursprünglich Sanskrit und besteht aus den Teilen ayu, was Leben bedeutet, und veda, was für Wissen steht. Ayurveda ist daher wortwörtlich „die Wissenschaft vom Leben“.

Der Legende nach bestand Ayurveda aus dem ewigen Wissen, das im universellen Bewusstsein existiert (brahman genannt in Sanskrit), von wo aus es abgerufen und verstanden wurde. Es wird als Ergebnis tiefer Meditation und strenger spiritueller Praktiken verstanden, die von den großen hinduistischen Maharishis (wörtlich „große Weise“) von damals durchgeführt wurden.

 

Eine kurze Geschichte des Ayurveda

Viele Kulturen hatten traditionelle Heilmittel für übliche Krankheiten, die über die nachfolgenden Generationen immer mehr verfeinert wurden. Ayurveda jedoch ist insofern einzigartig, dass es sich als ein System mit rationaler und wissenschaftlicher Grundlage entwickelt hat. Die Entwicklung ayurvedischer Chirurgie, Krankheitsklassifikationen, Beobachtungen von Symptomen und deren Prognose und die Beschreibungen des therapeutischen Nutzens ayurvedischer Kräutern wie Ashwagandha und ayurvedischen Heilmitteln weisen eindeutig auf einen hohen Entwicklungsstand hin, der ohne einen wissenschaftlichen Ansatz nicht zu erreichen gewesen wäre.

Schwindsucht oder Tuberkulose wurde beispielsweise im Ayurveda als eine Krankheit mehrerer Organe wie Herz, Lungen, Milz, Darm, Enddarm und sogar der Knochen und des Knochenmarks bezeichnet. Diese überraschend moderne Sichtweise auf die Erkrankung war ein wohlbekannter Fakt in der ayurvedischen Medizin. Ähnlich wurde die Ursache von Pocken in ayurvedischen Schriften als etwas beschrieben, das für das bloße Auge unsichtbar ist. Bemerkenswert daran ist, dass ayurvedische Praktiker all das mehr als 1000 Jahre, bevor Louis Pasteur mit seiner Keimtheorie in der modernen Medizin aufkam, niederschrieben!

Wie bereits erwähnt, hatten die großen Maharishis, die das System des Ayurveda geschaffen haben, durch die Ausübung yogischer Disziplinen ein hohes Niveau an intellektuellen und spirituellen Fähigkeiten. Ihr Ziel war es, menschliches Leid zu lindern und sie überlieferten ihre erworbene Weisheit auf ihre Disziplinen, die wiederum deren Nachfolger gelehrt haben. Die in den alten Schriften beschriebenen ayurvedischen Heilmittel betonen daher die praktischen Aspekte ayurvedischer Medizin.

Die Geschichte des Ayurveda ist tief mit den religiösen Schriften des Hinduismus verwoben, der auf dem indischen Subkontinent entstanden ist. Es ist unmöglich, das eine vom anderen zu trennen. Hinweise auf ayurvedische Medizin sind in den frühesten hinduistischen Schriften zu finden, einschließlich der Vedas – der Urquelle des Hinduismus. Diesen Schriften nach hat Lord Brahma, der Schöpfer des Universums, das Wissen des Ayurveda and die vedische Göttlichkeit Prajapati weitergegeben, die es wiederum an den Rishi Athreya weitergereicht hat.

Über die Jahrhunderte hinweg wurde dieses medizinische Wissen in den Schriften der Puranas (in Sanskrit “alte Geschichte”) weitergetragen, die nach den Veden entstanden sind. Bezüge zu ayurvedischen Kräutern wie Ashwagandha, Krankheiten und ayurvedischen Heilmitteln sind üblicherweise in diesen religiösen hinduistischen Schriften zu finden.

Zu einem der frühesten Texte, die ausschließlich von ayurvedischer Medizin handeln, zählt einer des Rishi Agnivesha, einem Schüler des Maharishi Athreya. Etwa um das sechste Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung hat der Gelehrte Charaka die Charaka Samhita („Charakas Gesammelte Werke“) geschrieben, die eine Sammlung der Lehren und Schriften von Agnivesha sind. Diese ayurvedische Schrift ist ein Klassiker, der bis heute besteht. Die Arbeit ist ein umfassendes Handbuch zu ayurvedischer Medizin, das sich mit ayurvedischer Ernährung, ayurvedischen Kräutern wie Ashwagandha, ayurvedischen Produkten und Heilmitteln auseinandersetzt sowie einen Handlungsleitfaden für ayurvedische Praktiker bietet.

Von gleicher Bedeutung ist ein weiteres ayurvedisches Werk, Sushruta Samhita genannt, das sich mit Krankheiten und ayurvedischen Heilmitteln beschäftigt, die sich auf spezifische Organe wie das Auge oder das Ohr beziehen. Der Ursprung dieses Textes wird Dhanvantari zugeschrieben, dem hinduistischen Gott des Ayurveda und einer der zahlreichen Inkarnationen von Vishnu — der Hauptgottheit des Hinduismus und Erhalter des Universums.

Das folgende bedeutsame Werk wurde um das 2.Jahrhundert unserer Zeitrechnung von Vagbhata zusammengestellt. Das sogenannte Ashtanga Samgraha (wörtlich “achtgliedriges Kompendium”) ist eine Zusammenfassung von sowohl Charakas als auch Sushrutas Schriften, die darauf abzielt, die medizinischen und chirurgischen Aspekte des Ayurveda unter einem Dach zu vereinen. Die achtteilige Arbeit beschäftigt sich mit den Themen ayurvedischer Medizin: Innere Medizin, Kinderheilkunde, geistige Verfassung, Krankheiten der Sinnesorgane, ayurvedische Chirurgie, Toxikologie, Gerontologie und Aphrodisiaka. Im 11.Jahrhundert unserer Zeitrechnung hat der Gelehrte Sarangadhara schließlich eine Enzyklopädie zu den Fachbegriffen ayurvedischer Medizin, Paribhasha in Sanskrit genannt, zusammengestellt. Sie beinhaltet auch zahlreiche nützliche Rezepturen und ayurvedische Heilmittel.

Im Verlauf der Entwicklung ayurvedischer Medizin haben ayurvedische Praktiker es geschafft, schnell neue Theorien und Ideen aus anderen Ländern und Kulturen zu übernehmen. Das einzige Kriterium für die Aufnahme neuer ayurvedischer Heilmittel war der Nutzen, den sie den Erkrankten brachten. Charaka selbst hat erklärt, dass selbst wenn eine Wahrheit für das Wohl des Patienten von einem Feind übernommen werden muss, der ayurvedische Praktiker nicht zögern sollte, dies zu tun.

 

Körpertypen im Ayurveda: Vata, Pitta & Kapha

Es ist wichtig anzumerken, dass Ayurveda nicht allein auf die Behandlung von Krankheiten ausgerichtet ist. Die Aspekte des gesunden Lebens, Krankheitsvorbeugung und Körperpflege werden von ayurvedischen Praktikern alle auf einer ganzheitlichen Ebene betrachtet.

Die grundlegenden Konzepte, auf denen die ayurvedische Medizin beruht, können im Grunde auf alle Zeiten, Menschen und Regionen angewandt werden. Die Begriffe Vata, Pitta und Kapha, zusammen bekannt als Doshas, gehören zu den elementarsten Konzepten in der ayurvedischen Medizin. Lasst uns einen Blick auf die Bedeutung dieser Worte werfen und wie sie das Wohlbefinden beeinflussen.

Die Theorie des Ayurveda besagt, dass alle Materie aus fünf grundlegenden Elementen zusammengesetzt ist: Erde, Äther (Raum), Wasser, Luft und Feuer. Jeder Mensch setzt sich demzufolge aus einer einzigartigen Kombination dieser Elemente zusammen, die wiederum in drei wesentliche Gruppen eingeteilt sind, die „Doshas“ heißen. Dieses Sanskritwort lässt sich nicht so leicht ins Deutsche übersetzen. Die wörtliche Bedeutung von Dosha ist „Beeinträchtigung“ oder „Fehler“, im Kontext ayurvedischer Medizin kann es jedoch als „Energie“ verstanden werden.

Das Vata Dosha besteht aus den Elementen Raum und Luft. Ähnlich setzt sich das Pitta Dosha aus Feuer und Wasser zusammen, während das Kapha Dosha Wasser und Erde vereint. Die große Mehrheit der Menschen hat ein vorrangiges Dosha, ein zweitrangiges oder weniger dominantes Dosha und ein drittrangiges bzw. am wenigsten dominantes Dosha. In den meisten Fällen kann das am wenigsten dominante Dosha ungeachtet gelassen werden, wodurch eine Zweier-Kombination von Doshas bleibt — zum Beispiel Pitta-Kapha. In seltenen Fällen allerdings können Menschen auch durch ein einzelnes Dosha repräsentiert werden, beispielsweise allein durch Vata. Noch seltener ist der Tridosha-Typ, bei dem alle drei Doshas gleich dominant sind.

Laut Ayurveda ist das Prakriti des Körpers (Natur oder Veranlagung) das Resultat einer einzigartigen Kombination der unterschiedlichen Mengen der drei Doshas. Praktriti bestimmt folglich die Individualität bzw. den Charakter. Die ayurvedischen Schriften nennen drei Haupttypen von Prakriti, die in den Bereich fortgeschrittener ayurvedischer Medizin fallen und hier nicht weiter behandelt werden.

Was bedeutet das alles im Wesentlichen? Einfach ausgedrückt: Eine gute Gesundheit hängt davon ab, ein harmonisches Gleichgewicht der drei Doshas zu bewahren. Immer wenn eines der Doshas „aus den Fugen gerät“ (also, eine Beeinträchtigung oder ein Ungleichgewicht aufweist) führt das zum Auftreten einer Krankheit. Die genaue Krankheit hängt von dem jeweiligen Dosha ab, das im Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Lasst uns nun nacheinander einen etwas genaueren Blick auf jedes Dosha werfen, indem wir die Vorzüge und Merkmale einer Person je nach Typ aufzeigen:

Vata Dosha

Vata (Sanskrit für „Luft“) regelt die Bewegung von Zellen, Nährstoffen und Abfallstoffen. Auf zellulärer Ebene reguliert es den Zellzyklus. Wie das Element, nachdem es benannt ist, sind Personen mit diesem Dosha „luftige“, leichte, aktive und wankelmütige Wesen. Menschen mit diesem Körpertypen weisen folgende Eigenschaften auf:

  • Unregelmäßiger Appetit und Verdauung. Kalte oder wechselnde Körpertemperatur mit kaum Schwitzen.
  • Leichtschläfer, die lebhaft träumen und leicht gestört werden.
  • Rastloser, aktiver und kreativer Geist. Eine selbstbewusste und sensible Persönlichkeit. Gutes Kurzzeitgedächtnis, neigt aber auch dazu, schnell wieder zu vergessen.
  • Ovales Gesicht mit kleinen Augen, gewöhnlich braun oder schwarz. Eine kleine und dünne Nase mit schmalen Lippen und spröde oder empfindliche Zähne.
  • Langer, schmaler Hals und trockenes Haar, üblicherweise braun oder schwarz.
  • Dünne und trockene oder raue Haut mit einem dunklen Teint, die anfällig ist für Falten und sich kühl anfühlt.
  • Schwacher Körperbau mit unterentwickelter Muskulatur, neigt zu Gewichtsverlust.
  • Aktiver Lebensstil, aber ein Mangel an Durchhaltevermögen kann schnell zu Erschöpfung führen.
  • Markante Knochen mit herausstehenden Gelenken und lange oder schmale Finger.

Pitta Dosha

Pitta (Feuer) beeinflusst Prozesse wie die Verdauung, den Stoffwechsel, die Energieproduktion und das Aufrechterhalten der Immunität. Auf zellulärer Ebene wird angenommen, dass es die Aktivität von Enzymen, Wachstumsfaktoren, Hormonen und den Erhalt des metabolischen Grundumsatzes reguliert. Wie bereits der Name andeutet, haben Menschen mit diesem Dosha ein feuriges Temperament und sind von Natur aus leidenschaftlich. Pitta Dosha Körpertypen weisen folgende Eigenschaften auf:

  • Stark ausgeprägter Appetit mit schneller Verdauung. Eine warme Körpertemperatur und Anfälligkeit für starkes Schwitzen.
  • Leichtschläfer, die leicht einschlafen und zu stürmischen oder brutalen Träumen neigen.
  • Drücken sich klar und präzise aus mit einer eindringlichen oder dominanten Stimme aus.
  • Kämpferische, praktische Denker mit einer starken, ungeduldigen und ichbezogenen Persönlichkeit. Mit scharfem Intellekt gesegnet.
  • Kantig oder quadratisches Gesicht mit durchdringendem Blick. Augenfarbe ist in der Regel grün oder grau. Eine mittelgroße Nase, mit einer rötlichen Spitze. Mittelgroße Lippen mit geraden, gelblichen Zähnen und Zahlfleisch, das anfällig für Blutung ist.
  • Mittelgroßer Hals und dünnes, feines Haar, das zu frühem Ergrauen oder Haarausfall neigt. Üblicherweise blond oder rothaarig.
  • Mittlere Haut mit einem rosigen oder hellen Teint, die fettig ist, zu Muttermalen neigt und sich warm anfühlt.
  • Durchschnittlicher Körperbau mit mittel ausgeprägter Muskulatur und einem Gewicht, das nicht viel schwankt.
  • Fähigkeit körperlicher Anstrengung für eine angemessene Zeit.
  • Mäßige Knochenstruktur mit durchschnittlich großen Gelenken und Fingern.

Kapha Dosha

Kapha (Wasser) reguliert das Nerven- und Bewegungssystem, hält Körpermasse, Figur und Beweglichkeit aufrecht. Auf zellulärer Ebene wird davon ausgegangen, dass dieses Dosha anabole Prozesse und die Proteinfunktion beeinflusst. Wie du sicherlich schon vom Namen her vermutet hast, sind diejenigen, die das Kapha Dosha als dominantes Prakriti haben, ruhige Personen, die ihre Gefühle nicht überschwänglich zum Ausdruck bringen. „Gleichmütig“ ist ein Begriff, der Menschen dieser Neigung wohl am besten beschreibt.

  • Ein gleichmäßiger Appetit mit träger Verdauung. Kühle Körpertemperatur mit mittlerer Neigung zum Schwitzen.
  • Tiefschläfer, die eine Tendenz zu romantischen Träumen haben.
  • Langsame, sanfte Sprechart mit sanfter und süßer Stimme.
  • Ruhige, ernste Denker, die stabile Beziehungen eingehen und widerstrebend gegenüber Veränderungen sind.
  • Runde Gesichter mit langen, sanften Augen. Breite Nasen mit dicken Lippen, starkem Zahnfleisch und geraden, weißen Zähnen.
  • Kurzer, dicker Hals und fettiges, welliges Haar.
  • Dicke, feuchte, weiche Haut mit strahlendem Teint.
  • Untersetzter Körperbau mit starker Muskulatur und einem Hang zur leichten Gewichtszunahme.
  • Hervorragendes Durchhaltevermögen, aber wenig Bewegungsdrang.
  • Grobknochig mit langen, weichen Gelenken und rundlichen, kurzen Fingern

Bestimmung deines Ayurveda Doshas (Körpertyp)

Der beste Weg, die genaue Kombination der Doshas zu bestimmen, die deine Physiologie ausmachen, ist ein Besuch bei einem qualifizierten ayurvedischen Praktiker. Für zumindest eine „schnelle und unsaubere“ Beurteilung deiner Prakriti ist es jedoch möglich, die obige Liste zu nehmen, um das ungefähre Verhältnis der Doshas zu bestimmen, die dich ausmachen. Nimm Papier und Stift zur Hand und zeichne drei Spalten: Vata, Pitta und Kapha. Führe jede Eigenschaft von der jeweiligen Dosha-Liste auf, die zu dir passt. Vergib jeder Eigenschaft einen Punkt, zähle dann die drei Spalten getrennt voneinander zusammen, um zur endgültigen Anzahl zu kommen.

Du wirst merken, dass in jedem der drei Doshas 10 Punkte aufgelistet sind. Dadurch kannst du schnell eine prozentuale Zusammensetzung berechnen. Sagen wir beispielsweise du stellst fest, dass du mit 4 Vata, 4 Pitta und 2 Kapha Aussagen übereinstimmst. Das bedeutet dann 40% Vata, 40% Pitta und 20% Kapha Prakriti. Einfach, oder? Wiederhole jetzt den Test, aber diesmal lässt du stattdessen einen engen Freund oder Freundin oder einen Verwandten die Punkte zuweisen. Vergleiche dann eure Ergebnisse — das wird zu einer interessanten Diskussion führen!

Wenn du herausfindest, dass ihr für einen bestimmten Punkt Aspekte zweier Doshas teilt, dann weise jedem Dosha 0.5 Punkte zu (oder 0.33, wenn alle drei Doshas auf dich zutreffen, was sehr selten der Fall sein wird). In jedem Fall sollte die Gesamtsumme aller Punkte nicht die 10 Punkte überschreiten.

WICHTIG: Das oben beschriebene Verfahren ist eine sehr ungefähre Annäherung und sollte nicht als gleichwertig zu einer Beurteilung eines qualifizierten ayurvedischen Praktikers betrachtet werden. Die Meinung einer objektiven, erfahrenen Person, die eine persönliche Beratung durchführt, wird bei weitem immer zuverlässiger sein als ein Online-Test!

 

Wichtige Ayurvedische Kräuter & Nahrungsergänzungsmittel

Jetzt, wo du in die ayurvedische Medizin eingeführt wurdest und deine Prakriti (Kombination der Doshas) bestimmt hast, wirst du vermutlich ein Bild des Einflusses haben, den diese Kombination auf deinen Körper und Geist hat. Deine körperlichen und geistigen Veranlagungen sind die Folge dessen, dass ein bestimmtes Dosha gegenüber den anderen dominiert, was eine Erklärung für deinen Charakter und dein Temperament ist.

Ebenso wichtig hast du vielleicht festgestellt, dass es essentiell ist, deine Kombination der Doshas im Gleichgewicht und in Harmonie miteinander zu halten, um eine gute Gesundheit zu bewahren. Hier kommen ayurvedische Kräuter ins Spiel. Diese ayurvedischen Heilmittel helfen dabei, das Gleichgewicht der Doshas wiederherzustellen und somit dein Wohlbefinden sicherzustellen. Im folgenden Kapitel werden wir uns kurz die wichtigsten dieser ayurvedischen Kräuter anschauen und deren einzelne Anwendungen.

1. Ashwagandha

Ashwagandha (lateinischer Name Withania Somnifera) ist ein für die ayurvedische Medizin wichtiges Kraut. Das Wort Ashwagandha bedeutet „Pferdeduft“, was sich auf die frische Note sowie auf die Auffassung bezieht, dass die Einnahme dieses ayurvedischen Krauts die Stärke und Lebenskraft eines Pferdes verleiht. Ashwagandha ist außerdem ein Adaptogen, was für eine Kräutergruppe steht, die das Hormonsystem unterstützt. Der Begriff wurde erstmals vom russischen Pharmakologen Nicolai Lazarev definiert.

Beachte: Ashwagandha ist nicht zu empfehlen für schwangere Frauen, da es zu vorzeitiger Entbindung führen kann.

Ashwagandha wird am besten verwendet für…

  • Ashwagandha hilft, die für die Belastungsreaktion zuständigen Hormone im Gleichgewicht zu halten.
  • Ashwagandha kann effektiv die Stressresistenz erhöhen, somit die Lebensqualität verbessern.
  • Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Ashwagandha gegen Angst wirkt, die im Zusammenhang mit chronischem Stress steht.
  • Studien haben gezeigt, dass Ashwagandha den Blutzuckerspiegel senken kann.
  • Ashwagandha kann helfen, Depressionen einzudämmen, wobei noch viel mehr Forschung nötig ist, um das eindeutig zu belegen.
  • Ashwagandha erhöht den Testosteronspiegel und verbessert Spermaqualität.
  • Manche Studien haben gezeigt, dass Ashwagandha die Muskelmasse erhöhen und das Körperfett bei Männern verringern kann.
  • Ashwagandha kann Triglyceridwerte senken, wodurch das Risiko von Herzkrankheiten reduziert werden kann.
  • Ashwagandha kann nachweislich die Ursachen von Entzündungen verringern.
  • Tierversuchs- und Laborstudien haben gezeigt, dass Ashwagandha wirksam gegen Krebs sein kann, indem es Krebszellen abtötet.
  • Ashwagandha wurde traditionell als ayurvedisches Heilmittel eingesetzt, um die Gedächtnisleistung zu steigern, was allerdings bislang nicht eindeutig von moderner Forschung belegt werden konnte.

 

2. Gotu Kola

Gotu Kola (Centella Asiatica) ist die sri-lankische Bezeichnung für das ayurvedische Kraut, dass in Sanskrit als brahmi bekannt ist. Die unglaublichen für Gesundheit und Hirnleistung förderlichen Nutzen machen Gotu Kola nicht nur in der ayurvedischen Medizin zu einem der wichtigsten Kräuter, sondern auch für viele asiatische Volksheilmittel anderer Traditionen. So wird es in China auch „Quelle des Lebens“ genannt. Einer chinesischen Legende nach, zum Beispiel, sollen einige Heiler von früher über 200 Jahre lang gelebt haben, weil sie Gotu Kola genommen haben. Seine positive Wirkung auf die Gehirnleistung ist außerdem seit Jahrhunderten in Ländern wie Indien, China und Indonesien bekannt.

Beachte: Gotu Kola soll nicht während der Schwangerschaft, des Stillens, bei Erkrankungen der Leber oder bei Vorkommnissen von Hautkrebs in der Familie verwendet werden.

Gotu Kola wird am besten verwendet für…

  • Eine Studie hate gezeigt, dass Gotu Kola wirksamer als Folsäure ist, um die kognitive Funktion bei Schlaganfallpatienten (plötzlicher Ausfall der Sauerstoffzufuhr zum Gehirn) zu verbessern.
  • Gotu Kola fördert die Gedächtnis- und Nervenfunktion, was helfen kann, Ausbrüche von Alzheimer zu verringern.
  • Zwar muss an Menschen erst noch Forschung betrieben werden, Tierversuchsstudien haben jedoch gezeigt, dass Gotu Kola die Angst- und Stressreduktion unterstützt.
  • Durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften wird Gotu Kola zu einem guten Anwärter, um bei Gelenkschmerzen und dem Mildern von Arthritis eingesetzt zu werden.
  • Studien haben gezeigt, dass Gotu Kola die Durchblutung fördern und Schwellungen lindern kann, beispielsweise bei Krampfadern.
  • Die Förderung der Kollagenproduktion im Körper könnte Gotu Kola zu einer wirksamen Behandlung von Schwangerschaftsstreifen und Vernarbungen machen.
  • Durch seine positive Wirkung auf Depression und Stress, kann Gotu Kola eingesetzt werden, um Schlafstörungen zu behandeln, allerdings muss in diesem Gebiet noch weiter geforscht werden. 
  • Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Gotu Kola durch seine positive Wirkung auf die Gehirnfunktion potenziell als Antidepressivum eingesetzt werden könnte. 
  • Tierversuchsstudien weisen darauf hin, dass Gotu Kola dabei helfen könnte, lebenswichtige Organe wie Nieren zu entgiften.

 

3. Kurkuma

Kurkuma (Curcuma Longa) ist vor allem aus der indischen Küche und ayurvedischen Heilmitteln bekannt, wo sie mit ihrem ursprünglichen Sanskrit-Namen als haldi bezeichnet wird. Das gelbleuchtende Gewürz, auch „indischer Safran“ genannt, wird unter dem Code E100 in zahlreichen Produkten als Farb- und Aromastoff verwendet. Die Pflanze gehört zur Familie der Ingwergewächse und wächst bis zu einem Meter hoch. Die Verwendung der Kurkumawurzel als ayurvedisches Heilmittel reicht bis ins 3.Jahrtausend v.u.Z. zurück. Ihre heilsame Wirkung wurde in mehr als 10.000 wissenschaftlichen Arbeiten dokumentiert.

Kurkuma wird am besten verwendet für...

  • Kurcumin, der Wirkstoff von Kurkuma, steht im Zusammenhang mit der Linderung von Entzündungen, insbesondere in arthritischen und entzündeten Gelenken.
  • In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblind-Studie wurde gezeigt, dass sowohl die Einnahme von Schmerzmedikamenten als auch post-operative Erschöpfung signifikant geringer waren in Gruppen, die Kurkuma genommen haben.
  • Kurkuma wirkt sich stark auf die Anregung antioxidativer Enzyme im Körper aus.
  • Kurkuma fördert das Wachstum neuer Neuronen und wehrt mehrere degenerative Prozesse ab. Kurkumin überwindet nachweislich die Blut-Hirn-Schranke. Es hilft, Entzündungen zu verhindern, die ein ausschlaggebender Faktor für eine Alzheimer Erkrankung sein können.
  • Kurkuma wirkt sich erwiesenermaßen positiv auf mehrere Faktoren im Zusammenhang mit dem Risiko einer Herzerkrankung aus.
  • Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Kurkuma antidepressiv wirkt, was jedoch noch weiter untersucht werden muss.
  • Da angenommen wird, dass Oxidation und Entzündungen im Altern eine Rolle spielen, kann die Wirkung von Kurkuma möglicherweise auch die Lebenserwartung erhöhen.
  • Wenn auch noch nicht abschließend belegt, könnte Kurkuma helfen, bestimmte Arten von Krebs des Verdauungssystems, beispielsweise Dickdarmkrebs, vorzubeugen.

 

4. Knoblauch

Knoblauch (Allium Sativum) ist einheimisch in Nordafrika, Vorderasien und Südeuropa. Die Ursprünge vom Knoblauch als Lebensmittel gehen mehr als 7.000 Jahre in der Geschichte zurück. Die heilende Wirkung von Knoblauch ist nicht nur im Ayurveda wohlbekannt, sondern auch in anderen Regionen. Im alten Ägypten, zum Beispiel, haben die Sklaven Knoblauch verzehrt, um vorbeugend Krankheiten entgegenzuwirken. Im frühen 18.Jahrhundert haben Totengräber in Frankreich Wein mit Knoblauch getrunken, um sich vor der Pest zu schützen. Die Vorzüge von Knoblauch sind so zahlreich, dass er 1989 als „Heilkraut des Jahres“ gekürt wurde.

 

Knoblauch wird am besten verwendet für…

  • Nahrungsergänzungsmittel mit Knoblauch wirken deutlich blutdruckverringernd bei Menschen mit Bluthochdruck.
  • Die regelmäßige Einnahme von Knoblauch erhöht die Immunabwehr, was bei der Bekämpfung gängiger Erkrankungen wie Fieber und Erkältungen hilft.
  • Knoblauch wird als Antiseptikum beim Behandeln äußerer Verletzungen eingesetzt. 
  • Eine hohe Dosis Knoblauch hat in einer Studie nachweislich die Toxizität durch Schwermetalle wie Blei im Körper verringert.
  • Tierversuchsstudien haben gezeigt, dass Knoblauch hilft, Erschöpfung entgegenzuwirken und die Arbeitskapazität zu steigern. Die Wirkung auf Menschen ist bislang jedoch nicht unerprobt.
  • Knoblauch enthält Antioxidantien, die gegen Zellschädigung wirken. Dies kann als weitere Wirkung die Lebenserwartung verlängern und das Demenzrisiko senken.
  • Erste Hinweise in Tierversuchsstudien deuten darauf hin, dass Knoblauch den Östrogenspiegel erhöht, wodurch potenziell Knochenschwund bei Frauen in den Wechseljahren verringert werden kann.
  • Knoblauch wehrt Vampire ab (gut, war nur Spaß).

Wichtige Kräuter anderer Traditionen

Neben den oben aufgeführten, weltberühmten ayurvedischen Kräutern gibt es viele weitere Volksheilmittel, die in Medizinsystemen überall auf der Welt gebraucht werden. Ein paar der bekanntesten werden im Folgenden beschrieben.

 

5. Chaga

Der Chaga Pilz (Inonotus Obliquus) ist ein Pilz, der auf Birken wächst und seinen Namen aus dem Russischen ableitet. Geographisch kommt der Chaga Pilz in den Wäldern Nord- und Osteuropas sowie in Russland und Asien vor. Wegen seiner stärkenden Wirkung auf das Immunsystem wird Chaga häufig als „König der Pilze“ und „Geschenkt Gottes“ bezeichnet.

Beachte: Diabetiker sollten auf ihren Blutzuckerspiegel achten, da der Verzehr von Chaga ihn gefährlich senken könnte.

Chaga wird am besten verwendet für…

  • Auch Chaga ist ein Adaptogen, das Polysaccharide enthält. Studien deuten darauf hin, dass eine regelmäßige Einnahme von Chaga eine Stärkung der Immunabwehr ermöglichen kann.
  • Chaga versorgt den Körper mit Antioxidantien und bekämpft freie Radikale, hilft also den Alterungsprozess zu verlangsamen.
  • Chaga soll Entzündungen hemmen und die Durchblutung fördern.
  • Da oxidativer Stress bekanntlich Krebs hervorruft, könnten die Antioxidantien von Chaga das Wachstum von Tumoren verlangsamen, was in Tier- und Laborversuchen nachgewiesen wurde. Die Wirkung auf Menschen ist allerdings noch nicht erwiesen.
  • Chaga ist auch dafür bekannt, den Blutdruck sowie den Blutzucker zu senken.
  • Die Polysaccharide, die in Chaga vorkommen, führen Energie zu, heben die Stimmung und helfen, Stress zu bekämpfen.

 

6. Schisandra

Schisandra Chinensis, auch bekannt als die Frucht der fünf Geschmäcker, ist eine aus den Wäldern Chinas und des fernöstlichen Russlands stammende Kletterpflanze, wo sie traditionell bereits seit über 2000 Jahren verwendet wird. In China werden die Schisandra Beeren wu wie zi genannt, was für „Frucht der fünf Geschmäcker“ steht. Die Beeren schmecken zugleich sauer, süß, bitter, warm und salzig.

Beachte: Schisandra ist nicht für Menschen mit Magen-Darm-Erkrankung, Epilepsie, hohem Hirndruck und für schwangere oder stillende Frauen zu empfehlen.

Schisandra wird am besten verwendet für…

  • Schisandra Beeren werden als Adaptogene klasifiziert – einer Gruppe Kräutern, die nachweislich die Toleranz für geistige Erschöpfung erhöhen sowie die Wachsamkeit, geistige Ausdauer und die Immunabwehr steigern.
  • Eine Studie weist darauf hin, dass Schisandra schnell die Aufmerksamkeit, Schnelligkeit und Genauigkeit in Stress- und Erschöpfungssituationen verbessern kann.
  • Da Schisandra schleimlösend ist, befreit es die Atemwege und wird verwendet, um Husten und Asthma zu behandeln. Es werden Studien durchgeführt, um zu untersuchen, ob die Beeren auch helfen könnten, Lungenkrebs vorzubeugen.
  • Schisandra wirkt entzündungshemmend, verlängert die Lebenserwartung und verbessert die Gesundheit der Haut.
  • Laut traditioneller chinesischer Medizin hat Schisandra eine beruhigende Wirkung auf Körper und Geist. Es ist ein kraftvolles anti-Angst Kraut und wird verwendet, um Schlafstörungen zu behandeln.
  • Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Schisandra Schäden des Herzgewebes vorbeugt.
  • Schisandra wird eingesetzt, um eine schwache Leberfunktion zu behandeln, einschließlich bei Erkrankungen wie Hepatitis C.
  • Eine regelmäßige Einnahme von Schisandra fördert mutmaßlich die Durchblutung.

 

7. Reishi

Reishi (Ganoderma Lucidum) ist ein Pilz, der seinen Namen von dem japanischen Ausdruck „Unsterblichkeitspflanze“ hat. Reishi wächst vor allem auf Laubbäumen in der Wildnis, kommt aber extrem selten vor. Dadurch wird er kommerziell auf Laubholz, Holzspänen oder Sägespänen angebaut. Reishi Pilze werden seit Jahrhunderten in traditioneller chinesischer Medizin als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.

Beachte: Schwangere oder stillende Frauen und Personen mit Bluterkrankungen oder niedrigem Blutdruck sollten Ergänzungsmittel mit Reishi vermeiden.

Reishi wird am besten verwendet für…

  • Eine Studie hat erwiesen, dass Reishi Pilze den HDL (guten) Cholesterinspiegel erhöhen und somit das Herz besser schützen.
  • Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Reishi chronische Erschöpfung und Depression verringern kann.
  • Eine weitere Studie besagt, dass Ganapoly, ein in Reishi Pilzen vorkommendes Polysaccharid, die Immunabwehr bei Patienten im fortgeschrittenen Krebsstadium stärken kann. Dies ist jedoch noch nicht beweiskräftig belegt.
  • Reishi Pilze senken nachweislich den Blutzuckerspiegel von Tieren, aber diese Ergebnisse wurden bislang noch nicht an Menschen repliziert.
  • Viele Menschen behaupten, dass Reishi die Produktion antioxidativer Enzyme erhöht, allerdings wurde bislang noch nicht genügend Forschung durchgeführt, um diese Behauptungen zu belegen.
  • Eine wichtige Wirkung, die durch die Einnahme vom Reishi Pilz erzielt werden kann, ist die Stärkung des Immunabwehrsystems.

 

8. Mariendistel

Die Mariendistel ((Silybum Marianum) ist eine Pflanze, die auf eine Höhe von bis zu 1.5 Metern wächst und in Südeuropa, Südrussland, Vorderasien, Nord- und Südamerika und in Südaustralien vorkommt. Christlichen Erzählungen zufolge hat die Heilige Maria beim Stillen des Christkindes einige Tropfen Milch verkleckert, die auf den Blättern der Pflanze gelandet sind und weiße Sprenkel hinterlassen haben. Dadurch hat die Pflanze ihren Namen erhalten.

Beachte: Schwangere Frauen und Personen mit hormonsensitiven Erkrankungen (wie Brustkrebs) sollten Mariendistel aufgrund ihres Östrogengehaltes vermeiden. Diabetiker sollten außerdem auf ihren Blutzuckerspiegel achten, da Mariendistel ihn gefährlich senken kann.

Mariendistel wird am besten verwendet für…

  • Seit dem Mittelalter wird Mariendistel verwendet, um Leber-, Gallenblasen- und Magen-Darm-Erkrankungen zu behandeln.
  • Einer Studie zufolge ist Mariendistel auch wirksam zur Linderung des Reizdarmsyndroms.
  • Silymarin, der Wirkstoff der Mariendistel, hat antioxidative Eigenschaften und könnte als Ergänzung zu konventionellen Krebstherapien eingesetzt werden. Es muss allerdings noch mehr Forschung betrieben werden, um in diesem Punkt zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen.
  • Manche Studien haben gezeigt, dass Mariendistel die Insulinsensitivität erhöht und somit als zusätzliches Mittel in der Behandlung von Typ-II-Diabetes eingesetzt werden könnte. Die Forschung in diesem Bereich ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
  • Mariendistel wird traditionell seit über 2000 Jahren verwendet, um neurologische Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson zu behandeln.
  • Ein weiterer Nutzen der Antioxidantien in der Mariendistel ist, wie in einer Studie gezeigt wurde, die Reduktion von Akne verursachter Narbenbildung.
  • Tierversuchs- und Laborstudien haben erwiesen, dass Mariendistel die Mineralisierung der Knochen und somit Osteoporose anregen kann. Untersuchungen an Menschen wurden jedoch noch nicht aufgenommen.
  • Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Mariendistel die Produktion von Milchbildungshormonen anregen kann, was wiederum die Milchproduktion bei stillenden Müttern erhöht.

 

9. Maca

Maca (Lepidium Meyenii) ist bekannt als das traditionelle Superfood der Inkas. Die Wirkstoffe von Maca werden Macamide genannt. Die Wurzeln der Pflanze, aus denen das Extrakt gewonnen wird, können rot, schwarz, pink oder gelb sein. Die legendäre Kraft von Inkakriegern wurde den reichlichen Mengen an Maca zugeschrieben, die sie einnahmen, bevor sie in die Schlacht zogen. Die Energiequelle des Krauts hat dazu geführt, dass es auch „Peruanischer Ginseng“ genannt wird.

Beachte: Schwangere oder stillende Frauen und Menschen mit Schilddrüsenproblemen sollten Maca aufgrund der darin vorkommenden Goitrogene — chemische Stoffe, die die normale Thyroidproduktion beeinträchtigen — vermeiden.

Maca wird am besten verwendet für…

  • Der wichtigste Nutzen von Maca ist der Energieschub, für den es sorgt. In einer 14-tägigen Studie haben männliche Radsportler eine signifikante Steigerung ihrer Leistung erzielt.
  • Vielfache kleine Studien haben gezeigt, dass Maca die Libido sowohl bei Männern als auch bei Frauen erhöht und zusätzlich männliche Fertilität steigert.
  • Manchen Studien zufolge kann die regelmäßige Einnahme von Maca Wechseljahrbeschwerden lindern. Es wird außerdem berichtet, dass es Angst und Depressionen in dieser Gruppe Frauen verringern kann. Dies wird den als Flavonoide bezeichneten Pflanzenstoffen zugeschrieben.
  • Eine weitere Studie hat erwiesen, dass das Auftragen konzentrierter Macaextrakte auf der Haut diese aufgrund der in der Creme enthaltenen Antioxidantien vor UV-Strahlen schützt.
  • Die schwarze Maca-Sorte wird traditionell in Peru verwendet, um die Hirnleistung von Kindern zu steigern. Dies konnte bereits durch Tierversuchsstudien gestützt werden.
  • Ähnlich wurde empfohlen, dass die rote Maca-Sorte bei älteren Männern die Prostata verkleinern könnte, wie in Tierversuchsstudien gezeigt wurde. Dies wird den Glucosinolaten zugeschrieben, die am bekanntesten für die Verringerung des Prostatakrebsrisikos sind.

 

Fazit

Die in diesem Artikel vorgestellten Informationen sind lediglich eine Einführung in die großartige Welt der ayurvedischen Medizin. Das System wird seit Jahrtausenden erforscht und entwickelt und dennoch gibt es noch Raum für mehr Forschung und Wissen in dem Gebiet.

Fürs erste jedoch wurdest du mit dem notwendigen Werkzeug ausgestattet, um die Kernkonzepte des Ayurvedas zu verstehen und um die Dosha-Kombination zu ermitteln, die deinen wesentlichen Prakriti (Körpertyp) ausmacht. Mit diesem Wissen und den Informationen über die Nutzen der wichtigsten ayurvedischen Kräuter bist du nun ausgestattet, um deine Reise zu einem perfekten Gleichgewicht deiner Doshas zu beginnen, um so dein körperliches und geistiges Wohlbefinden sicherzustellen. Viel Glück!

Quellen

Narayanaswamy, V. 2018. "Origin and development of Ayurveda: (A brief History)". Pubmed Central (PMC).

Balkrishna, Acharya. 2018. "Ayurvedic Doshas As Predictors Of Sleep Quality." 

"Ayurvedic Medicine: In Depth". 2018. NCCIH.

"Ayurvedic Medicine". 2018. NCCIH. 

Stringer, Graeme. 2017. "Clinical Research In Ayurveda". Journal Of Ayurveda And Integrative Medicine 8 (1): 54-55.

Raha, Somik. 2018. "Foundational Principles Of Classical Ayurveda Research."

"Ayurveda: A Brief Introduction And Guide". 2018. Ayurveda.Com. 

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