26 Gründe, warum Du an Haarausfall leidest & wie er verhindert werden kann

Seien wir ehrlich: aus evolutionärer Perspektive sind Haare ziemlich nutzlos für moderne Menschen. Ungeachtet dessen sind die Kopfhaare einer Person entscheidend für deren Wahrnehmung von Jugend, Vitalität und Sexualität. Dies gilt insbesondere für Frauen aufgrund des gesellschaftlich geprägten Schönheitsideals. Einer Studie zufolge waren 28% der Männer und 52% der Frauen, die an Haarausfall leiden, „sehr verärgert“ darüber.

Mit anderen Worten spielen Haare eine wichtige Rolle dabei, wie wir unser Selbstbild, unsere gesellschaftliche Stellung und unser psychosoziales Befinden beurteilen. Leider werden 25% aller Frauen und 45% aller Männer zu einem gewissen Grad an Haarausfall oder Alopezie (Kahlheit) leiden bis sie 50 werden. Es ist daher ein wichtiges Anliegen vieler, die Gründe für Haarausfall zu bestimmen und dagegen vorzugehen.

Alle Haare auf deiner Kopfhaut befinden sich in einer von zwei Phasen: eine Wachstums- oder Anagen-Phase und eine Ruhe- oder Telogen-Phase. Jedes Haar geht gewöhnlich durch einen fünfjährigen Wachstums- und Ruhezyklus, bevor es ausfällt, wonach der Prozess dann wiederholt wird. Bei einem gesunden Menschen befindet sich etwa 90% des Haares in der Anagenphase und 10% in der Telogenphase.

Guy frustrated with hair loss

Ein gesunder Mensch verliert bis zu 125 Haare am Tag, folglich ist die klinische Definition von Haarausfall eine Überschreitung dieser Zahl oder mangelndes Nachwachsen. Die vier Hauptarten von Haarausfall, von den häufigsten zu den seltensten, sind männlicher Musterhaarausfall, weiblicher Musterhaarausfall oder androgene Alopezie, telogenes Effluvium und Alopezie Areata (kahle Flecken durch eine Autoimmunerkrankung). Diagnose und Behandlung von weiblichem Haarausfall oder androgener Alopezie wurden umfassend in unserem ersten Blogeintrag zu Haarausfall behandelt. Ähnlich sind wir in weiteren Artikeln auf Behandlungsmöglichkeiten von telogenem Effluvium und Alopezie eingegangen.

In diesem Beitrag werden wir uns den zahlreichen Ursachen von Haarausfall und schnellen Tipps, um sie zu vermeiden, zuwenden. Die Ursachen können allgemein in ernährungsbedingte Faktoren (Mängel oder Überschüsse), innere Faktoren (Genetik, Hormone, usw.), Nebenwirkungen von Medikamenten und umgebungsbedingte Faktoren wie Stress und Lebensstil unterteilt werden.

Take the test & discover your daily nutrients, vitamins & supplements

Ernährungsbedingte Ursachen

1. Mangelernährung

Eine ungesunde Ernährung kann zu vielen Nährstoffmängeln führen, die irgendwann Haarbruch und -ausfall hervorrufen. Nährstoffmängel in Verbindung mit Haarausfall können Eisen, Zink, Biotin (Vitamin B7), Vitamin D, Niacin (Vitamin B3) und weitere sein. Die gute Nachricht ist, dass jegliches telogene Effluvium, das durch Nährstoffmangel auftritt, durch eine gesunde Ernährung und tägliche Ergänzung vollständig rückgängig gemacht werden kann. Lasst uns einen kurzen Blick auf die einzelnen Nährstoffe werfen.

2. Eisenmangel

Eisen ist wesentlich für die Bildung und das gesunde Funktionieren der roten Blutkörperchen. Gängige Ursachen für Eisenmangel bei Frauen sind menstrualer Blutverlust und Schwangerschaft. Bei Männern können die Ursachen von gastrointestinaler Blutung bis zu Malabsorption variieren. Zusätzlich erhöhen manche Ernährungsformen wie vegan und vegetarisch das Risiko für Eisenmangel sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Manche Studien weisen darauf hin, dass Eisenmangel mit bestimmten Arten von Haarausfall in Verbindung steht. Ein Bericht aus dem Journal of the Academy of Dermatology legt dar, dass Eisen ein wichtiges Mineral für die DNA-Produktion ist und führt weiter aus, dass Eisenmangel zu einem unzureichenden Spiegel wichtiger Enzyme zum Nachwachsen von Haaren führen kann.

Um Eisenmangel vorzubeugen, mache eisenreiche Lebensmittel zu einem festen Bestandteil deiner Ernährung. Eier, Bohnen, Spinat, Mangold, Weißkohl, Broccoli und Grünkohl sollten täglich gegessen werden. Dennoch solltest du aufpassen, auch diese Dinge nicht übermäßig zu konsumieren, da das wiederum ganz eigene Komplikation haben kann. Ein guter Weg, die richtige Dosis zu bekommen, ist die tägliche Einnahme eines Eisenpräparates.

3. Zinkmangel

Untersuchungen haben erwiesen, dass Zink eine zentrale Rolle für die Gesundheit unserer Haare spielt. Zink wird zur Eiweißsynthese benötigt, die wesentlich für den Haarwachstumszyklus ist.

Personen, die sich pflanzlich ernähren, stillende Frauen, regelmäßige Alkoholkonsumierende und Menschen, die sich schlecht ernähren, sind einem erhöhten Risiko für Zinkmangel ausgesetzt. Eine in den Annals of Dermatology veröffentlichte Studie hat die Zinkwerte im Blut on 312 Testpersonen verglichen, die an verschiedenen Haarausfallerkrankungen leiden und festgestellt, dass sie signifikant niedrigere Zinkwerte hatten im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe.

Die Bedeutung, Zinkmangel zu vermeiden, kann nicht heruntergespielt werden, weshalb eine tägliche Ergänzung notwendig für die Gesundheit deiner Haare ist. Du kannst auch zinkreiche Lebensmittel wie Nüsse, Linsen, Hanfsamen, Austern, Haferflocken, Huhn, Pilze, Joghurt und Tofu in dein Ernährungsprogramm einbauen.

4. Niacin- (Vitamin B3) Mangel

Unter medizinischen Forschenden ist es weitreichend bekannt, dass eines der vielen Symptome von Niacinmangel Haarausfall ist. Niacin oder Vitamin B3 setzt Kohlenhydrate in Glukose um und wandelt Nahrungsfette und Eiweiße um. Da Niacin am meisten in Fleisch und Fisch wie z.B. Truthahn und Thunfisch vorkommt, haben Vegetarier und Veganer ein höheren Mangelrisiko. Auch die Krankheit Morbus Crohn erhöht das Risiko einer Mangelversorgung mit Vitamin B3. Der beste Weg, die richtige Dosis davon und anderer wesentlicher B-Vitamine zu bekommen, erfolgt durch tägliche Ergänzungen.

5. Selenmangel

Selen ist ein wichtiges Spurenelement, das mehrere Nutzen für den Körper hat, darunter den Schilddrüsenhormonmetabolismus, die DNA-Synthese und der Schutz vor oxidativem Stress. Manche Experten sagen, dass Haar und Haut im Zustand von Selenmangel ihre Farbe verlieren können. Außerdem konnte eine Verbindung zwischen Anomalien der Schilddrüse und Haarausfall bewiesen werden.

Selenmangel ist relativ selten. Menschen, die sich einer Dialysebehandlung unterziehen, die mit HIV diagnostiziert wurden oder mit einer Magen-Darm-Erkrankung weisen jedoch ein erhöhtes Risiko auf. Um Selen aufzunehmen sollte deine Ernährung Zwiebeln, Fleisch, Pilze, Sonnenblumenkerne, Fisch, Paranüsse, Geflügel, Körner, Meeresfrüchte und Eier beinhalten. Vermeide allerdings mehr als 55 µg Selen am Tag einzunehmen, da eine Überdosis tatsächlich zu gesteigertem Haarausfall führen kann.

Dein personalisierte Nahrungsergänzungsmittel testen

6. Vitamin D3-Mangel

Vitamin D, üblicherweise als „Sonnenvitamin“ bezeichnet, spielt eine Schlüsselrolle beim Erhalten der Haargesundheit. Eine Studie von 2013 hat Vitamin D3-Werte im Blut zwischen Frauen mit telogenem Effluvium und gesunden Frauen verglichen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Testpersonen mit Haarausfall signifikant niedrigere Vitamin D3-Werte hatten. Der Mechanismus hinter der Funktion von D-Vitaminen beim Haarwachstum wird noch weiter erforscht. Bereits jetzt konnten in Tierversuchsstudien starke Verbindungen aufgezeigt werden.

Der beste Weg, Vitamin D im Körper zu generieren ist, sich täglich 20 Minuten in der Morgen- oder Abendsonne aufzuhalten. Lebensmittel wie Schwertfisch, Felchen, Makrele, Maitake- und Portobello-Pilze, Aal, Lachs und Heilbutt sind reich an Vitamin D3 und sollten auch täglich verzehrt werden. Für Veganer und Vegetarier mag das jedoch keine Option sein, sodass eine tägliche Ergänzung mit Vitamin D3 empfohlen wird.

7. Biotin (Vitamin B7) Mangel

Biotin, ein Teil des Vitamin B-Komplexes, ist in der Hinsicht anders, dass es im Darm gebildet werden kann. Das wasserlösliche Vitamin B7 leistet eine Reihe an wichtigen Aufgaben im Körper. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EBL) hat erklärt, dass die Einnahme von Biotin „zum Erhalt normalen Haares beiträgt“. Ein Bericht über die Auswirkungen von Biotinmangel, veröffentlicht in den Seminars of Dermatology, stützt die Verbindung zwischen unzureichendem Biotin und Alopezie.

Um das zu verhindern, sollte ein Vitamin B-Komplexpräparat täglich eingenommen werden. Alternativ können Lebensmittel wie Eier, Huhn, Avocado, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Nüsse zu einem festen Bestandteil der Ernährung gemacht werden. Außerdem solltest du vermeiden, rohes oder ungekochtes Eiweiß zu essen, da das die Aufnahme von Biotin beeinträchtigt.

8. Aminoäuren & Eiweißmangel

Aminosäuren sind die Grundbausteine von Eiweißen, die für Muskelaufbau und -erholung notwendig sind. Darüber hinaus sind Proteine auch für den Erhalt von gesundem Haar wichtig. Da Eiweiße ein wesentlicher Bestandteil von Haarfasern sind, kann eine verringerte Proteinzufuhr das Haarwachstum beeinträchtigen. Ernährungs- und Lebensstilumstände, die das Risiko für Eiweißmangel steigern, umfassen Depression, Magersucht, bösartige Erkrankungen, Anämie und Mangelernährung.

Bohnen, Nüsse, Geflügel, Meeresfrüchte, Quinoa, Soja, Eier und Milchprodukte sind gute Eiweißquellen. Nur Quinoa und Soja liefern jedoch alle essenziellen Aminosäuren unter den pflanzlichen Quellen, weshalb Veganer ihre Ernährung mit einem Nahrungsergänzungsmittel unterstützen sollten.

9. Vitamin A Überdosis

Vitamin A bietet viele Nutzen für den Körper, darunter der Erhalt gesunder Haut und die Förderung der Eisenaufnahme. Ein Überschuss an Vitamin A kann hingegen nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit haben, unter anderem Haarausfall. Medizinische Fachkräfte sagen, dass eine empfohlene Nahrungsaufnahme von 900 µg bei Männern und 700 µg bei Frauen nicht überschritten werden sollte.

10. Vitamin E Überdosis

Vitamin E wirkt als ein kraftvolles Antioxidans, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt. Es kann jedoch auch schädliche Wirkungen haben, wenn es im Übermaß eingenommen wird. Anzeichen und Symptome von Vitamin E-Toxizität sind unter anderem ein erhöhtes Blutungsrisiko, eine verringerte Schilddrüsenfunktion und eine mögliche negative Auswirkung aufs Haarwachstum. Die empfohlene Tagesergänzungsdosis von 15 mg für Erwachsene sollte daher nicht überschritten werden.

Innere Ursachen

11. Anämie

Frauen neigen zu Anämie (niedrige Anzahl roter Blutkörperchen), insbesondere wenn sie unter langanhaltender oder starker Menstruationsblutung leiden. Die Erkrankung ist bekannt als Menorrhagie, die aufgrund von Eisenmangelanämie zu Haarausfall führen kann. Ursachen von Menorrhagie können von einem Hormonungleichgewicht, einer Dysfunktion der Eierstöcke, Polypen und entzündungshemmenden und hormonellen Medikamenten herrühren.

Lebensmittel, die zur Vorbeugung von Anämie helfen, sind Sojabohnen, Spinat, Vollkornbrot, Eier, Rüben, Honig, Erdnussbutter und Nüsse. Ein tägliches Eisenpräparat ist auch eine gute Option.

12. Malabsorption

Malabsorption ist laut klinischer Definition eine ungenügende Nahrungsaufnahme aus dem Verdauungstrakt. Das führt zur Unfähigkeit, gewisse Nährstoffe aufzunehmen, somit zu einem Mangel. Anzeichen und Symptome von Malabsorption umfassen Blähungen, chronische Müdigkeit, Durchfall, Gewichtsverlust und schuppiger Hautauschlag. Erkrankungen, die mit Malabsorption in Verbindung gebracht werden sind Mukoviszidose, Zöliakie und Morbus Crohn.

Natürliche Kräuter wie Alfalfa, Löwenzahnwurzeln, Andorn, Fenchelsamen, Ingwer, Brennnessel, Aloe Vera, Pfefferminze, Gelbwurzel, Buchu, krause Ampfer, Irischer Moos und Rhabarber verhelfen allen verschiedenen Teilen des Verdauungstraktes zu deren optimaler Leistungsfähigkeit. Alternativ können probiotische und Mariendistel-Ergänzungsmittel Wunder für deine Verdauung bewirken.

Dein personalisierte Nahrungsergänzungsmittel testen

13. Nierenstörung

Die Nieren spielen eine elementare Rolle beim Erhalt einer guten Gesundheit, einschließlich dem Haarwachstum. Eine Studie, die Nährstoffmängel bei Menschen mit beeinträchtigter Nierenfunktion untersucht hat, hat nachgewiesen, dass diese verringerte Werte von wichtigen Elementen wie Zink hatten. Forschende führen das unter anderem auf eine Störung der renalen Ausscheidung zurück. Nierenschäden können folglich zur Malabsorption von Mineralien wie Zink führen, die für gesundes Haar notwendig sind.

Eine schlechte Ernährung, Übergewicht und Rauchen hängen nachweislich mit einem gesteigerten Risiko für Nierenerkrankungen zusammen. Nierenschäden lassen sich am besten vorbeugen, indem du viel Wasser trinkst und mindestens alle drei Stunden urinierst. Zusätzlich solltest du Natrium (Salz), Limonaden, rotes Fleisch und verarbeitete Lebensmittel wie Kartoffelchips und Streichkäse reduzieren.

14. Störungen der Schilddrüse: Über- und Unterfunktion

Die Schilddrüse ist ein Teil des Hormonsystems, das sich auf viele zentrale Funktionen des Körpers auswirkt. Die primären Schilddrüsenhormone sind T3 und T4, die helfen, Stoffwechsel, Körpertemperatur und Herzfrequenz zu regulieren. Eine übermäßige Produktion der Schilddrüse, auch Hyperthyreose genannt, kann zu Gewichtsverlust und Ruhelosigkeit führen. Menschen, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden (Hypothyreose), weisen oft Symptome wie Gewichtszunahme und Müdigkeit auf. Das International Journal of Trichology sagt dazu außerdem: „Es ist eine wohlbelegte Tatsache, dass Störungen des Hormonsystems wie Hypothyreose und Hyperthyreose Haarausfall verursachen können“. Das wird der wesentlichen Rolle der Schilddrüsenhormone bei der Entwicklung und dem Erhalt von Haarfollikeln zugeschrieben (ein kleines Säckchen unter der Haut, aus dem die einzelnen Haare wachsen).

Algen wie Nori, Kombu und Seetang sind reichhaltige Jodquellen und gut, um Hypothyreose zu behandeln. Andererseits sollte Kohlgemüse wie Weißkohl, Blumenkohl, Rosenkohl, Grünkohl und Broccoli nicht roh verzehrt werden, da es chemische Stoffe namens Goitrogene enthält, die die Schilddrüsenfunktion stören. Probleme der Schilddrüse können leicht durch einen einfachen Bluttest festgestellt werden. Dein behandelnder Arzt kann dir verschiedene Behandlungsmöglichkeiten verschreiben, die das natürliche Gleichgewicht deiner Haare wiederherstellen, sodass sie sich regenerieren können.

15. Hormonungleichgewicht durch Schwangerschaft & hormonelle Verhütung mit der Pille

Eine Schwangerschaft ist eine äußerst beanspruchende Zeit, sowohl emotional als auch körperlich. Der Bedarf an essenziellen Nährstoffen wie Eisen, Folsäure und Zink erhöht sich während der Schwangerschaft, um die optimale Gesundheit für dich und dein Baby sicherzustellen. Selbst wenn die Ernährung nicht das Problem ist, tritt bei 40-50% aller Frauen während der Schwangerschaft Haarausfall auf. Ein wissenschaftlicher Bericht legt nahe, dass Haarausfall während der Schwangerschaft die Folge von Hormonungleichgewichten sein können, die bis zum Zeitpunkt der Entbindung vorkommen.

Einige Frauen stellen ein akutes Auftreten von telogenem Effluvium unmittelbar nach der Schwangerschaft fest oder als eine Nebenwirkung einer unterbrochenen Einnahme der Pille. In diesen Fällen wird sich der Haarausfall automatisch einstellen, sobald sich der Körper wieder an die neuen Bedingungen gewöhnt hat. Es kann allerdings bis zu drei Monaten nach dem Auslösen der Hormonveränderung dauern, bis das telogene Effluvium auftritt und weitere drei Monate bis neues Wachstum wieder eintritt, das den Verlust ersetzt. Es ist daher wichtig, bei Haarausfall in solchen Fällen nicht sofort den Alarmknopf zu drücken.

Eine Studie hat festgestellt, dass Thymianöl, das auf den Bauch von Frauen aufgetragen wird, das Hormonungleichgewicht verringern kann, indem es die Produktion von Progesteron antreibt. Dafür fehlen jedoch noch handfeste Beweise, besprich es also lieber mit deinem Arzt.

16. Genetik

Anzeichen für lichter werdendes Haar und für Haarausfall sind üblich mit zunehmendem Alter. In der Tat haben 25% der Frauen bereits lichteres Haar bis sie das Alter von 50 erreichen. In seltenen Fällen tritt diese Form des Haarausfalls schon ab dem Alter von 12 Jahren auf. Das wird dann klinisch als männlicher oder weiblicher Musterhaarausfall bezeichnet. Zwar ist die Störung bislang noch nicht ausreichend erforscht, sie wird aber hauptsächlich erblichen Gründen zugeschrieben. Alternativ kann auch ein Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) bei Frauen zu Haarausfall führen, was als androgene Alopezie bezeichnet wird.

Das gängigste Medikament, um männlichen und weiblichen Musterhaarausfall zu behandeln ist Minoxidil. Eine Studie hat jedoch gezeigt, dass Rosmarinöl eine ähnliche vorbeugende Wirkung gegen Haarausfall aufweist, allerdings ohne die Nebenwirkungen von Minoxidil. Androgene Alopezie und die verschiedenen Behandlungsoptionen wurden umfassend in einem vorherigen Blogbeitrag besprochen.

Medizinische Ursachen

17. H2-Blocker

H2-Blocker sind Medikamente, die zur Behandlung von Krankheiten wie Sodbrennen (Säure-Reflux) und Magengeschwüren eingesetzt werden. Eine Langzeiteinnahme solcher säuresenkenden Medikamente hat jedoch nachweislich eine negative Wirkung auf die Eisenaufnahme, da diese eine säurehaltige Umgebung im Bauch benötigt. Dementsprechend kann der Langzeiteinsatz von H2-Blockern schlussendlich zu Haarausfall führen.

Täglich etwa 30ml Aloe Vera Saft zu trinken, kann, wie in einer Studie erwiesen, auf natürliche Weise Sodbrennen lindern. Auch Apfelessig kann angeblich bei manchen Menschen Sodbrennen beruhigen, wobei die Belge dazu weit weniger überzeugend sind. Während die tägliche Einnahme eines Eisenpräparates helfen kann, das Eisenmangelproblem anzugehen, kann die regelmäßige Einnahme von Probiotika und Mariendistel die Verdauung fördern. 

18. Antiepileptika

Antiepileptika sind eine Gruppe von Medikamenten, die zur Behandlung von epileptischen Anfällen eingesetzt werden. Manche medizinischen Experten sagen, dass Haarausfall eine Nebenwirkung von antiepileptischen Medikamenten sein kann, insbesondere von Divalproex Sodium (Markenname Depakote). Die Aussage wird in einem Review-Artikel gestützt, der die Rolle verschiedener Vitaminmängel bei Patienten mit Epilepsie untersucht. Die Studie, veröffentlicht im International Journal of Pharmacological Research, besagt, dass bei Epilepsiepatienten ein Biotinmangel festgestellt wurde, der der antiepileptischen Therapie zugeschrieben wird. Menschen, die therapeutische Medikamente für Epilepsie einnehmen, sollten daher erwägen, ein B-Komplex-Ergänzungsmittel einzunehmen, um Haarausfall vorzubeugen.

Antiepileptische Medikamente können auch mit bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln unterstützt werden. Gewisse Studien haben gezeigt, dass zwischen epileptischen Anfällen und Magnesium- und Vitamin-E-Mangel eine Verbindung bestehen könnte. Sich mit diesen Mängeln zu befassen, könnte helfen, die Dosis antiepileptischer Medikamente zu reduzieren. Es muss jedoch noch viel mehr auf diesem Gebiet geforscht werden, halte also zuerst Rücksprache mit deinem Arzt.

19. Blutdruckmedikamente

Blutdrucksenkende Medikamente gegen Bluthochdruck können Haarausfall verursachen, indem sie in den Haarwachstumszyklus eingreifen. Eine Beobachtungsstudie von 2014 hat festgestellt, dass verschiedene Arten von Medikamenten den Schweregrad von Haarverlust bestimmt haben, allerdings konnte dieser oft rückgängig gemacht werden, nachdem das Medikament abgesetzt und auf eine gesunde Ernährung umgestellt wurde. Als natürliche Alternative haben Chaga-Pilz- und Knoblauchergänzungsmittel nachweislich eine blutdrucksenkende Wirkung ohne irgendwelche Nebenwirkungen. Als Ernährungsmöglichkeit verringern auch Süßkartoffeln, weiße Bohnen, Grünkohl, Broccoli, Bananen Avocados, rote Paprika, Tilapia, Naturjoghurt, Kiwi, Pfirsiche, Nektarinen und Quinoa den Blutdruck.

20. Antibiotika

Eine andauernde Einnahme von Antibiotika verringert die Darmbakterien, was sich negativ auf Verdauung, Nährstoffaufnahme und Immunabwehr auswirkt. Insbesondere die Nährstoffwerte von Biotin (Vitamin B7) und Eisen sind davon erheblich betroffen.  Biotin, ein wichtiger Nährstoff für gesundes Haar, wird von diesen „guten“ Darmbakterien produziert. Eine Abnahme der Darmmikrobiome kann somit unmittelbar zu einem Biotinmangel führen.

Das beste Mittel, um sich dagegen zu wehren, ist die Darmflora durch ein probiotisches Ergänzungsmittel zu stärken, das 13 verschiedene Arten „guter“ Bakterien hat, die notwendig für einen gesunden Darm sind. Auch eine Tagesdosis an Mariendistel ist verdauungsfördernd. Eine weitere Möglichkeit ist, fermentierte Lebensmittel zu einem wesentlichen Bestandteil der Ernährung zu machen. Beispiele dafür sind Joghurt, dunkle Schokolade, Sauerteigbrot, Bier und Wein, saure Gurken, Kefir, gereifter Weichkäse, Tempeh, grüne Erbsen, grüne Oliven, Kimchi, Sauerkraut, Miso, Hüttenkäse, Natto, Kombucha und Rote-Bete-Kwass. Abschließend hilft ein B-Komplex-Präparat, den durch Antibiotika bedingten Mangel zu beheben.

Take the test & discover your daily nutrients, vitamins & supplements

Ursachen durch Umgebung & Lebensstil

21. Alkoholmissbrauch

Übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Nährstoffmängel, darunter Zink und Eisen. Eine Studie von 2017 aus dem European Journal of Nutrition hat festgestellt, dass Alkoholmissbrauch zu verringertem Zinkspiegel führen kann, was in Haarausfall resultiert. Den Alkoholkonsum zu begrenzen und Ergänzungsmittel wie Schisandra, Mariendistel und Omega-3 für eine Minderung von Leberschäden sind empfehlenswert. Alternativ sollten wohltuende Lebensmittel für die Leber wie Kohlgemüse, Tee, Nüsse, Heidelbeeren, Cranberrys, Trauben, Kaktusfeigen, fetthaltiger Fisch, Olivenöl, Kaffee, Rote Bete und Grapefruit regelmäßig verzehrt werden.

22. Vegane & Vegetarische Ernährung

Pflanzliche Ernährungsweisen sind großteils gesund. Studien haben gezeigt, dass Langzeitvegetarier signifikant weniger Körperfett, geringere Cholesterinspiegel und weniger oxidativen Stress haben. Leider ist der Preis dafür ein erhöhtes Risiko für Haarausfall aufgrund von Eisen-, Zink-, Omega-3- und Vitamin-D-Mangel. Zwar fehlen diese wesentlichen Nährstoffe nicht völlig in Obst und Gemüse, doch deren Bioverfügbarkeit (nutzbarer Inhalt) ist bei weitem geringer als in Fleisch. Nahrungsergänzungsmittel sind daher ein eine perfekte Möglichkeit, um diese Mängel auszugleichen, insbesondere für Veganer, die noch größere Einschränkungen in der Ernährung haben.

23. Stress

Unter Stress geht der Körper in den Überlebensmodus über, wodurch er unnötige Funktionen (wie Haarwachstum) missachtet, um Energie für wesentliche Prozesse zu bewahren. Eine Studie aus dem International Journal of Trichology hat festgestellt, dass männlicher und weiblicher Musterhaarausfall mit einer Überproduktion androgener Hormone im Stresszustand einherging.

Da sich körperlicher und emotionaler Stress als Auslöser von Telogenem Effluvium und Haarausfall erwiesen hat, ist es sinnvoll, Ergänzungsmittel und Kräuter einzunehmen, die Stress bekämpfen, wie Vitamin-B-Komplexe, Magnesium, Ashwagandha, Schisandra, Gotu Kola, Maca und Probiotika. Für weitere Informationen dazu, wie diese Substanzen Stress mindern, schau in unseren Artikel zu telogenem Effluvium. Lebensmittel, die Ängstlichkeit verringern sind Mandeln, Algen, Schokolade, Acai Beeren, Heidelbeeren und Vollkorngetreide. Trink außerdem ausreichend Wasser, um die Toxine und Abfallprodukte auszuspülen.

24. Fehler beim Frisieren

Ein Phänomen, das Traktion Alopezie heißt, tritt als Folge von häufigem Ziehen an den Haaren oder durch die Verwendung starker Chemikalien über mehrere Jahre auf. Das lässt sich an bestimmten Frisuren erkennen, bei denen das Haar zurückgezogen oder geflochten wird. Eine Studie mit 1178 Frauen, die im Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlich wurde, hat festgestellt, dass Symptome von Traktion Alopezie bei geflochtenem Haar stärker war im Vergleich dazu, wenn chemische Haarprodukte verwendet wurden. Bei Menschen mit afrikanischer Abstammung hat regelmäßiges Flechten die Symptome von Traktion Alopezie verschlimmert.

Wenn du denkst, dass dein Haarausfall durchs Frisieren bedingt ist, versuche, eine weit gezahnte Bürste zu verwenden, um Haarbruch zu vermeiden, deine Haare durch Abtupfen statt durch Rubbeln zu trocknen, verzichte auf Haarspray und steige auf ein milderes Shampoo ohne chemische Inhaltstoffe um.

25. Drastischer Gewichtsverlust & Radikaldiäten

Durch Stress, Krankheit oder Radikaldiäten bedingter Gewichtsverlust kann zu Haarausfall führen. Modediäten sind aufgrund ihrer Versprechen beliebt, dünner zu machen. Allerdings können sie genau der Grund dafür sein, warum du Haare verlierst. Kalorienreduzierte Diäten mit geringer Eiweißaufnahme und schlechtem Stickstoff-Gleichgewicht können dazu führen, dass der Körper Energieproduktion gegenüber Gewebereparatur bevorzugt, was sich negativ auf den Haarwachstumszyklus auswirkt.

Zum Glück können die negativen Auswirkungen durch schnellen Gewichtsverlust über eine entsprechende Ernährung leicht rückgängig gemacht werden. Eine Studie aus dem Journal of the American Medical Association hat festgestellt, dass Testpersonen, die telogenes Effluvium im Zusammenhang mit rapidem Gewichtsverlust hatten, durch eine eiweißreiche Ernährung Anzeichen von Haarneuwuchs gezeigt haben. Eine Tagesdosis von den Nährstoffen, die im Kapitel „Ernährungsbedingte Ursachen“ besprochen wurden, wird helfen sicherzustellen, dass die angemessene Menge an Nährstoffen deine Haarfollikel erreicht.

26. Rauchen

Eine Studie, die an 740 Männern durchgeführt wurde, hat eine starke Verbindung zwischen Rauchen und Haarausfall gezeigt. Beim Rauchen sind viele Faktoren in den Mechanismus des Haarausfallens involviert. Vor allem schädigen bestimmte Chemikalien in Zigaretten die Haarfollikel und fördern oxidativen Stress, der zu Entzündung führt. Diese Prozesse stören den Haarwachstumszyklus und führen zu telogenem Effluvium.

Natürlich ist der beste Weg, dem entgegenzuwirken, gänzlich mit dem Rauchen aufzuhören. Deine Lungen und dein Herz werden dir dankbar sein. Darüber hinaus helfen Antioxidantien gegen oxidativen Stress, sodass tägliche Ergänzungsmittel wie Kurkuma, Knoblauch, Chaga, Reishi, Mariendistel und Vitamin C eine gute Idee hier sind. Lebensmittel mit reichlich Antioxidantien sind unter anderem Fisch, Nüsse, Tee, Süßkartoffeln, orangenes Gemüse, Vollkorngetreide, dunkelgrünes Gemüse, Bohnen, dunkle Trauben, rote Beeren und Heidelbeeren.

Fazit

Haarausfall ist ein intensiv erforschtes Thema, dennoch gibt es vieles, das wir noch nicht darüber wissen. Wie du siehst, sind die Ursachen vielseitig und zeigen eine Menge miteinander verbundene Faktoren. Für manche Ursachen wie Genetik gibt es bislang keine Heilung, während andere aufgrund von Hormonungleichgewichten oder Autoimmunerkrankungen schwer zu berichtigen sind und oft einer lebenslangen Behandlung bedürfen. Viele Fälle von Haarausfall oder telogenem Effluvium können aber durch eine gesündere Ernährung zusammen mit Nahrungsergänzungsmitteln rückgängig gemacht werden. Ungesunde Entscheidungen im Lebensstil, die zu einer Verschlechterung der Haarqualität führen, können berichtigt werden, ebenso wie deren negative Folgen. Generell ist eine Förderung der Nahrungsaufnahme durch Ergänzungsmittel eine gute Möglichkeit, um sicherzustellen, dass du die nötigen Nährstoffe aufnimmst, insbesondere wenn du ein erhöhtes Risiko für Nährstoffmängel hast.

Dein personalisierte Nahrungsergänzungsmittel testen

Quellen

Consolation LB, Bergfeld WF, Calogeras E (2006). The diagnosis and treatment of iron deficiency and its potential relationship to hair loss. Journal of the American Academy of Dermatology, 54 (5), 824-844.

Kil MS, Kim CW, Kim SS (2013). Analysis of serum zinc and copper concentrations in hair loss. Annals of Dermatology , 25 (4), 405-409.

Rasheed H, Mahgoub D, Hegazy R, El-Komy M, Hay R, Hamid MA, Hamdy E (2013). Serum ferritin and vitamin d in female hair loss: do they play a role? Skin pharmacology and physiology, 26 (2), 101-107.

Malkud S (2015). Telogen effluvium: a review. Journal of clinical and diagnostic research: JCDR, 9 (9), WE01.

Skalny AV, Skalnaya MG, Grabeklis AR, Skalnaya AA, Tinkov AA (2017). Zinc deficiency as a mediator of the toxic effects of alcohol abuse. European journal of nutrition, 1-10.

Zima T, Tesař V, Mestek O, Němeček K (1999). Trace elements in end-stage renal disease. Blood purification, 17 (4), 187-198.

Garg T, Yadav P, Agarwal S, Mendiratta V. Drug-induced diffuse hair loss in females: an observational study. Astrocyte. 2014; 1 (2): 80-83

Clark SF (2008). Iron deficiency anemia. Nutrition in clinical practice, 23 (2), 128-141.

Kantor J, Kessler LJ, Brooks DG, & Cotsarelis G (2003). Decreased serum ferritin is associated with alopecia in women. Journal of Investigative Dermatology, 121 (5), 985-988.

Zava DT, Dollbaum CM, Blen M. Estrogen and progestin bioactivity of foods, herbs and spices. Proc Soc Exp Biol Med. 1998 Mar; 217 (3): 369-78 .

Vincent M, Yogiraj K (2013). A descriptive study of alopecia patterns and their relation to thyroid dysfunction. International Journal of Trichology, 5 (1), 57.

Kim MK, Cho SW, Park YK. Long-term vegetarians have low oxidative stress, body fat, and cholesterol levels. Nutr Res Pract. 2012; 6 (2): 155-61.

Tellez-Segura R (2015). Involvement of mechanical stress in androgenetic alopecia. International Journal of Trichology, 7 (3), 95.

Nicht sicher, was Du alles brauchst?

Wir helfen gern.


Mach den Test

Highlights